Kuhn Edelstahl setzt auf digitale Lernplattform

Das Lernen mit medialer Unterstützung bietet Auszubildenden viele Vorteile. Bei der Firma Kuhn Edelstahl in Radevormwald wurde die Ausbildung mittels digitaler Lernplattform bereits an die neuen Anforderungen angepasst. Weiterlesen

Die Facharbeiter der Zukunft müssen in ihrem Berufsalltag mehr Entscheidungen treffen und Kommunikationsaufgaben wahrnehmen. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, der auch in der Ausbildung berücksichtigt werden muss. Die Firma Kuhn Edelstahl in Radevormwald hat dazu im vergangenen Jahr eine digitale Lernplattform eingeführt, mit der die Auszubildenden an die unterschiedlichen Aufgabenstellungen herangeführt werden. Vasily Astashin (32) und Kevin Naglowski (22) arbeiten seit einem Jahr mit dieser mobilen Lernapplikation und sind begeistert. „Das Lernen ist viel angenehmer, da man die Inhalte jederzeit wiederholen kann“, sagt Kevin Naglowski. Die beiden angehenden Zerspanungsmechaniker haben im ersten Jahr ihrer Ausbildung bereits gute Erfahrungen mit dem E-Learning gemacht.

Die Ausbildungsfirma hat ihnen den benötigten Laptop zur Verfügung gestellt, der auch für den theoretischen Unterricht in der Berufsschule genutzt wird – dicke Aktenordner mit Unterlagen in Papierform gehören seitdem der Vergangenheit an. Selbst das altbekannte Berichtsheft zur Dokumentation der Ausbildungsinhalte und Lernfortschritte wird mittlerweile am Computer erstellt und nicht mehr per Hand geschrieben. „Wir leben im Jahr 2020, da ist das passend“, ist Vasily Astashin überzeugt, für den es bereits die zweite Ausbildung ist. „Ich habe mich für den Beruf des Zerspanungsmechanikers entschieden, weil man mit sehr interessanten Verfahren viele unterschiedliche Werkstücke fertigen kann“, sagt der Ingenieur für Straßenverkehrswesen aus Russland, der seit vier Jahren in Deutschland lebt.

Kuhn Edelstahl setzt bei der digitalen Ausbildung auf die webbasierte Lernplattform MLS. Den Anstoß dazu gab die neue Ausbildungsverordnung vom August 2018, die besagt, dass die Auszubildenden der industriellen Metall- und Elektroberufe für die Anforderungen der digitalisierten Wirtschaft – Stichwort „Industrie 4.0“ – fit zu machen sind. Dazu hat die IHK die Zusatzqualifikation „Digitale Fertigungsprozesse“ entwickelt. Auszubildende sollen mit der Zusatzqualifikation die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden, um eigenständig Aufgaben der Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle digitaler Fertigungsprozesse wahrzunehmen. Genau hier setzt das „Mobile Learning in Smart Factories“ (MLS) an. Diese Lernplattform wurde von der Nachwuchsstiftung Maschinenbau entwickelt.

„Über die Lernplattform erhalten die Auszubildenden Aufgabenstellungen zur Fertigung von Werkstücken – vom Arbeitsablaufplan über die technische Zeichnung bis zur Qualitätskontrolle“, erklärt Ausbildungsleiter Andreas Döbler. Den Anwendern stehen darüber hinaus Hilfsthemen zur Arbeitssicherheit oder auch Lernvideos zur Verfügung, die immer wieder angesehen werden können. „Für die Auszubildenden ist das Medium nichts Neues. Sie lernen dadurch sogar leichter – jeder in seiner eigenen Lerngeschwindigkeit“, berichtet er von den Erfahrungen. An der Praxis habe sich dadurch nichts geändert. Kevin Naglowski ist von der Art zu Lernen positiv überrascht: „Man beschäftigt sich zu Hause ja auch viel mit dem PC. Dass es in der Ausbildung auch möglich ist, habe ich so nicht erwartet“, sagt er.

„Wir leben im Jahr 2020, da ist das passend“ Vasily Astashin, Azubi

Durch die frühe Einführung der Lernplattform konnte die Ausbildung auch in Zeiten von Corona ohne Ausfall weiterlaufen. „Selbst als das Ausbildungszentrum 14 Tage geschlossen war, konnte den Auszubildenden über die Lernplattform Wissen vermittelt werden“, sagt Andreas Döbler.

Derzeit beschäftigt die Radevormwalder Firma 45 Azubis im industriellen und kaufmännischen Bereich. Zwölf neue Auszubildende in den Ausbildungsberufen Zerspanungsmechaniker und Gießereimechaniker sollen am 15. August 2020 beginnen – wobei noch nicht alle Ausbildungsplätze besetzt und daher Bewerbungen möglich sind. Andreas Döbler befürchtet einen Bewerbungsrückgang im Jahr 2021 aufgrund der derzeitigen Corona-Situation. „Die Firmen sind bei den Schülern nicht so präsent, da alle Ausbildungsmessen abgesagt wurden und wir auch nicht in die Schulen gehen können“, erklärt der Ausbildungsleiter. Dadurch entfallen auch die persönlichen Gespräche mit den potentiellen Bewerbern zur Festigung der eigenen Berufsvorstellung. Die Ausbildungsvoraussetzungen der Firma Kuhn Edelstahl sind nicht nur wegen der modernen Lernbedingungen und des betriebseigenen Ausbildungszentrums optimal. Auch der Zusammenhalt wird gefördert: „Wir werden uns mit den Auszubildenden auch in diesem Jahr wieder an einem sozialen Projekt beteiligen“, kündigt Andreas Döbler an.

Foto und Text: Heike Karsten

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